Schlagwort-Archiv: Staatsanleihen

Claritos Kapitalmarktbericht Q4 2012

Die Aktienmärkte konnten im vierten Quartal ihren Aufwärtstrend des dritten Quartals fortsetzen. Trotz erheblicher Meinungsverschiedenheiten zwischen den einzelnen EU-Mitgliedsländern sorgt der Eurorettungsschirm für Stabilität und Beruhigung der Märkte. Insgesamt schlossen die Märkte, trotz zeitweise hoher Volatilitäten, das Jahr 2012 deutlich positiv ab. Weiterlesen

Claritos Kapitalmarktbericht Q2 2012

Das abgelaufene zweite Quartal 2012 stand erneut im Fokus der europäischen Staatsschuldenkrise. Insbesondere auf den Rentenmärkten stiegen die Zinsen für Staatsanleihen der PIIGS-Staaten (Portugal, Italien, Irland, Griechenland, Spanien) massiv an, wohingegen die Renditen deutscher und US-Amerikanischer Staatsanleihen weiter auf ihren Tiefständen notieren. Auf den Aktienmärkten war ein allgemeiner Rückgang zu beobachten. Weiterlesen

ad hoc: S&P versieht US-Rating mit einem “negative outlook”

In unserem Kapitalmarktbericht für das Jahr 2011 haben wir darauf aufmerksam gemacht, dass angesichts des überaus hohen Verschuldungsgrades der USA ein AAA Rating eine eher euphemistische Interpretation der Bonität der USA sei. Und obwohl die Ratingagentur Moody’s Anfang des Jahres in ihrem regelmäßigen Bericht über die US Bonität davor warnte, dass ein “negative outlook” durchaus möglich sei, wollte die US-Regierung das Budgetdefizit nicht signifikant reduzieren. Weiterlesen

Investment: aktuelle Markteinschätzung Ägypten

Auch gestern fanden sich wieder tausende von Demonstranten in Kairo ein, um trotz eines Versammlungsverbots, gegen die ägyptische Regierung und vor allem gegen Muhammed Hosni Mubarak zu demonstrieren. Sie fordern einen besseren Lebensstandard. Die Demonstrationen sind eine Fortsetzung der Entwicklungen in Tunesien, die durch die Wikileaks Veröffentlichungen zum Thema Korruption begonnen hatten. Für heute ist ein „One Million March“ vorgesehen. Beobachter gehen davon aus, das Mubarak diesem Druck nicht lange standhalten können wird. Es gibt Meinungen, dass Mubarak schon morgen die Regierung niederlegen könnte.

Schon jetzt haben die Demonstrationen starke Auswirkungen auf die Wirtschaft Ägyptens. Plünderungen haben stattgefunden. So sind zum Beispiel 2 Filialen der Metro AG den Plünderern zum Opfer gefallen. Die Produktionsstätten von Statoil, Volkswagen und Nissan sind bis auf Weiteres stillgelegt worden. Man geht aber davon aus, dass der Suezkanal auch weiterhin befahren werden kann.

Auch die Staatsfinanzen sind betroffen. Moody’s hat die Bonität Ägyptens von Ba1 auf Ba2 mit negativem „Outlook“ herabgestuft und man geht davon aus, dass auch andere Ratingagenturen dem Beispiel folgen werden. Die CDS Prämien (Ausfallversicherung) für Ägyptische Staatsanleihen handeln auf Rekordhöhen und suggerieren das ägyptische Staatsanleihen eine riskantere Investition sind als irakische Staatsanleihen. Das Budgetdefizit von Ägypten liegt derzeit bei 8,1%. Ziele, das Defizit bis 2015 auf 3% zu reduzieren, könnten in Gefahr geraten, da die Regierung durch die Unruhen gezwungen sein könnte, eine losere Geldpolitik zu verfolgen. Eine für diese Woche angesetzte Auktion für Ägyptische Staatsanleihen wird höchstwahrscheinlich nicht stattfinden. Bisher liegt aber genügend Liquidität vor, um kurzfristige Verpflichtungen zu bedienen. Die größten Investoren für ägyptische Staatsanleihen sind französische (USD 17,6 Mrd.) und britische (USD 10,7 Mrd.) Banken. Insgesamt haben europäische Banken USD 40 Mrd. in Ägyptische Staatsanleihen investiert.

Die Ägyptische Börse blieb heute den 2. Tag in Folge geschlossen, nachdem der Leitindex (EGX30) in der letzten Woche um 16% gefallen war. Die weltweiten Kapitalmärkte reagierten mit erhöhten Risikoprämien auf diese Entwickelungen. Es bleibt unklar inwiefern Länder wie Iran, Saudi Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Jordanien und Israel von der Krise betroffen sein werden. Es wird befürchtet, dass die globale Erholung ins stocken geraten könnte. Zur Erinnerung, 50% der weltweiten Ölreserven befinden sich in dieser Region. Der Ölpreis (WTI März11 Kontrakt) stieg seit Donnerstag um 5,6% und die Geldmarktraten für Schwellenländer steigen so schnell wie seit 2008 nicht mehr.

Die Entwicklung in Ägypten und im Mittleren Osten sollte weiterhin genau beobachtet werden. Mubarak hat das gesamte Kabinett entlassen und ein neues eingesetzt. Die Demonstranten konnten hierdurch nicht beruhigt werden. Sollte Mubarak Neuwahlen ausrufen, wird vermutet, dass die bisher verbotene Partei, Muslimische Bruderschaft, die Wahlen gewinnen könnte. Allerdings hat Ägypten mittlerweile seit 60 Jahren eine Regierung, die durch Ex-Militärs gebildet wird und es bleibt abzuwarten ob sich das Militär so einfach aus der Macht verdrängen lassen wird.

Fazit: Sollten die Unruhen in Ägypten zu einem schnellen Ende kommen und andere Länder in der Region nicht von den Unruhen angesteckt werden, werden sich die Risikoprämien wieder reduzieren. Man sollte aber trotzdem von kurzfristigen Wertkorrekturen, speziell in Portfolios, die diese spezifische Region abdecken, ausgehen. Sollten andere Länder in der Region angesteckt werden, könnte die weltweite Wirtschaft, und dementsprechend Aktien weltweit, hierunter leiden.

Claritos Investment-Ratgeber 3: Profitieren Sie vom langfristigen Aktientrend

Anteile an Unternehmen – Aktien – sind eine beliebte Anlage für langfristiges Kapitalwachstum. Nicht ohne Grund: Aktien haben sich rückblickend deutlich besser entwickelt als andere Anlageformen, seien es Anleihen (verzinsliche Wertpapiere, die von Regierungen, Unternehmen und anderen Organisationen herausgegeben werden) oder Bankeinlagen.

Unser Diagramm beruht auf langfristigen weltweiten Daten seit 1900 und zeigt die historische Stärke von Aktien: Aktien haben das Potential, einen größeren Kapitalzuwachs zu erzielen. Damit bieten Sie einen Ausgleich für das höhere Anlagerisiko, das sie gegenüber Anleihen und Bankeinlagen mit sich bringen.

Eine Investition in Aktien ist natürlich – besonders auf kurze Sicht – mit Risiko verbunden. Wenn Sie aber bereit sind, ein langfristiges Anlageergebnis anzustreben und genügend Geduld mitbringen, bieten Ihnen Aktien die Chance auf recht hohe Renditen.

Aktien, Anleihen und Bareinlagen seit 1900: ein damals angelegter US-Dollar wäre heute…

Aus einem US-Dollar wurden bei einer Investition

  • in Aktien 259 US$ (+ 25.900 %),
  • in Anleihen 7,0 US$ (+ 700 %) und
  • in Bareinlagen 2,9 US$ (+ 290 %).

Quelle: CreditSuisse Global Investment Returns Yearbook 2009.

Basis: weltweite Aktien, Anleihen und Bareinlagen.

Lesen Sie im nächsten Teil: Verteilen Sie das Anlagerisiko auf mehrere Schultern

Claritos Investment-Ratgeber zum Download.

Claritos Kapitalmarktbericht Q4 2010

 

 

Erstmals seit der Finanzkrise wurde dieses Quartal wieder die 7.000er Marke im DAX durchbrochen. Der Grund für diese Rally war vor allem das neue Fiskalparket in den USA. Deutsche Staatsanleihen und US-Treasuries geraten hingegen mehr und mehr unter Druck und es scheint ein Ende der 30-jährigen Anleihenrally in Sicht.

Schuldenkrise in Irland

Und täglich grüßt das Murmeltier. Wie auch in vorherigen Quartalen standen die Peripheriestaaten im Mittelpunkt der Geschehnisse in Europa. Dieses Mal traf es Irland, das schlussendlich doch unter den Euro-Rettungsfonds schlupfen musste, um das marode Bankensystem und den eigenen Haushalts zu sanieren. Der Euro konnte allerdings nicht von dem Irland-Deal profitieren, da weiterhin Skepsis an Märkten herrscht, ob die europäische Schuldenkrise überhaupt lösbar ist und rutschte nach einem kurzen Zwischenhoch in diesem Quartal wieder ab. Denn letztlich was für Irland gilt, lässt sich auch ohne weiteres auf weitere Teile Europas übertragen. Schließlich sehen die Probleme in anderen Peripheriestaaten nicht viel anders aus, als in Irland.

Das Ende der Anleihenrally in Sicht?

Im Laufe des Jahres hat die Euroland-Fiskalkrise zu einer „Flucht in den sicheren Hafen“ deutscher Bundesanleihen und US-Treasuries geführt, woraufhin diese neue Tiefststände erlangten. Dementsprechend sind die Preise für Staatsanleihen höher denn je! Diese 30-jährige Bullen-Rally für Anleihen scheint nun aber zu Ende zu gehen und das Risiko eines Kursverfalls ist enorm gestiegen. Bezeichnend dafür ist, dass die Renditen für 10-jährige deutsche Staatsanleihen und US-Treasuries trotz des Ankaufs von Anleihen durch die FED im letzten Quartal gestiegen sind, denn interessanterweise war das Ziel der FED gerade umgekehrt. Zusätzlich wird diese These dadurch unterstützt, dass selbst der größte Anleihen-Guru Bill Gross von PIMCO das Regelwerk des größten Fonds der Welt geändert hat, um nun auch wieder aktienbezogene Wertpapiere kaufen zu können.

Schwellenländer und Dividenden weiterhin attraktiv

Das Stimmungsbild für risikobehaftete Wertpapiere hat sich durch wieder stabilere Konjunkturaussichten weiter aufgehellt und die Gewinnschätzungen für 2011 für S&P500 –und EURO STOXX-Unternehmen sind weiterhin positiv. Den positiven Gewinneinschätzungen liegt unter anderem die hohe Nachfrage der Schwellenländer zu Grunde. Diese bieten immer noch Potential, wobei sich vor allem Asien dabei als Gravitationszentrum herauskristallisiert hat. Attraktiv sind weiterhin Dividendenrenditen anzusehen. Aktuell liegt die Dividendenrendite in Europa mit circa 3,4% und in Japan mit rund 2,1% nach wie vor über der Rendite für Staatsanleihen. In einzelnen Sektoren sind sogar höhere Dividenden erkennbar.

Ausblick

2011 verspricht ein interessantes Jahr zu werden. Um diese vor uns liegende Strecke gut zu meistern, sollten Anleger in ihrer Portfolio Allokation generell Aktien gegenüber Anleihen übergewichten. Auf der Aktienseite bieten sich vor allem Substanzwerte mit hohen Dividenden, sowie nach wie vor Schwellenländerfonds an. Auf der Suche nach Renditen auf der Anleihenseite bieten Schellenländeranleihen in Lokalwährung Potential. Aus makroökonomischer Sicht sollten die Schwellenländer, insbesondere China, weiterhin der Wachstumsmotor der Weltwirtschaft bleiben. Die USA scheint hingegen nach heutigem Stand auch im nächsten Jahr mit den Nachwirkungen der Finanzmarktkrise, wie z.B. dem schwachen Arbeitsmarkt, zu kämpfen zu haben. In der Eurozone sollte der Konjunkturaufschwung der europäischen Peripheriestaaten im Gegensatz zu den Kernstaaten weiterhin gebremst bleiben, da deren Entwicklung durch ihren nötigen Konsolidierungsprozess anhaltend überlagert wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Haftungsausschluss: Der Claritos Quartalsbericht stellt keine Kaufaufforderung dar. Wir weisen darauf hin, dass wir vor einem Kauf in jedem Fall die Teilnahme an einer Beratung empfehlen, die Ihre Anlegerinteressen analysiert, auf mögliche Risiken hinweisen wird, und aus der eine fundierte Produktempfehlung folgt.

Download: Claritos Kapitalmarktbericht

Claritos Kapitalmarktbericht Q3 2010

Im zurückliegenden Quartal konnten Aktienmärkte weiter zulegen. Die Renditen von deutschen oder amerikanischen Staatspapieren sind gleichzeitig auf Rekordtiefs gesunken.

Immunsystems der Kapitalmärkte stabilisiert sich

Zunächst verlief die Berichtssaison überwiegend positiv und hat in fast allen Fällen die Erwartungen der Investoren übertroffen. Ebenso erfreulich war zu Beginn des Quartals der positiv verlaufene Stresstest der Banken, was wiederum zu einer Zunahme des Vertrauens am Interbankenmarkt führte. Nach der Berichtssaison richtete sich der Fokus wieder mehr auf die Konjunkturdaten. So meldete etwa China eine sinkende Rohstoffnachfrage und rückläufige Häuserpreise und Notenbankchef Ben Bernanke verkündete eine Abschwächung der US-Konjunktur. Noch zu Beginn des Jahres hätte jede dieser schlechten Nachrichten mit einem Donnerschlag ihren Nachhall auf dem Parkett gefunden. Nun allerdings zeigten die Aktienmärkte eine neue ungeahnte Widerstandskraft und trotzen weitgehend diesen Nachrichten.

Nachfrage nach Staatsanleihen ist enorm

Die Wachstumsbedenken der US-Notenbank schürten die Angst der Investoren vor dem Szenario eines sogenannten „Double Dip“ – einer Rückkehr in die Rezession. Vor allem Staatsanleihen erstklassiger Bonität profitierten von der „Flucht in den sicheren Hafen“. Die starke Nachfrage nach solchen Staatsanleihen führte dazu, dass sich die Renditen deutlich verringerten und neue historische Tiefststände erreichten. So verzeichnete beispielsweise die 10-jährige deutsche Bundesanleihe zwischenzeitlich eine Rendite von 2,09 Prozent. Ob das Ende der „Staatsanleihen-Rallye“ bereits bevorsteht, ist schwer zu sagen, denn solange die Angst herrscht, dass es zu einer erneuten Rezession kommen könnte, behalten Staatsanleihen sehr guter Bonität ihre Anziehungskraft.

Höhenflug des Goldes hält an

Der Goldpreis hat sich auch im letzten Quartal in ungewohnten Höhen bewegt und überstieg letzten Monat erstmals die Marke von 1300 Dollar. Die Gründe hierfür liegen vor allem an der Schuldenkrise der Eurozone, die noch lange nicht ausgestanden ist, was die Herabstufung des Kreditratings von Spanien durch die Ratingagentur Moody’s zeigt, aber auch an den Spekulationen über weitere Geldspritzen der US-Notenbank. Neuerdings haben auch US-Anleger Gold für sich entdeckt, um sich gegen einen schwachen Dollar abzusichern. Neben Gold blieben aber auch andere Rohstoffe, wie Silber und Platin gefragt.

Fazit und Ausblick

Aufgrund der Fundamentaldaten hätten zumindest die US-Aktien zuletzt unter Druck geraten müssen. Auf Grund konjunktureller Probleme wird sich ihr Wachstum abschwächen, aber verhalten fortsetzen. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall in eine Rezession in den USA oder in der Eurozone derzeit gering. Dieses Szenario hat zur Folge, dass die Zentralbanken die Zinsen zunächst niedrig halten können, um die Wirtschaft zu stützen. Folglich werden die Schwellenländer Asiens, allen voran China weiterhin die Lokomotive der Weltwirtschaft bleiben.

Haftungsausschluss: Der Claritos Quartalsbericht stellt keine Kaufaufforderung dar. Wir weisen darauf hin, dass wir vor einem Kauf in jedem Fall die Teilnahme an einer Beratung empfehlen, die Ihre Anlegerinteressen analysiert, auf mögliche Risiken hinweisen wird, und aus der eine fundierte Produktempfehlung folgt.

2010-03 Claritos Quartalsreport