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Kommentar: Worauf Berufsanfänger achten sollten

Dieser Artikel bezieht sich auf den Finanzcheck nach dem Studium von Charlotte Theile, der am 14. Juni 2011 in der Süddeutschen unter dem Titel „Worauf Berufsanfänger achten sollten“ erschienen ist. Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung in der Beratung von Berufsstartern sind uns zahlreiche Fehler aufgefallen, von denen wir hier die gravierendsten kurz erläutern wollen.

Dieser Artikel bezieht sich auf den Finanzcheck nach dem Studium von Charlotte Theile, der am 14. Juni 2011 in der Süddeutschen unter dem Titel „Worauf Berufsanfänger achten sollten“ erschienen ist. Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung in der Beratung von Berufsstartern sind uns zahlreiche Fehler aufgefallen, von denen wir hier die gravierendsten kurz erläutern wollen.

Zum Thema Krankenversicherung:

  1. Eine Auslandskrankenversicherung ist für jeden wichtig, der im Ausland unterwegs ist, nicht nur dann, wenn man außerhalb der EU unterwegs ist. Warum empfehlen wir das? Für gesetzlich krankenversicherte ist im EU-Ausland zwar die ärztliche Behandlung weitestgehend sicher gestellt, jedoch nicht der Rücktransport im Krankheitsfall. Wer möchte schon mit einer schweren Unfallverletzung fernab der Heimat behandelt werden und z.B. monatelang in einem Krankenhaus auf Sardinien genesen?
  2. Wir empfehlen auch Berufsstartern eine stationäre Zusatzversicherung vor allem wegen der damit möglichen freien Arzt- und Krankenhauswahl, die bei schweren Erkrankungen bessere Behandlungsmöglichkeiten bedeuten kann. Außerdem ist eine stationäre Zusatzversicherung in jungen Jahren meist sehr günstig.
  3. Für Berufsstarter, die aufgrund ihres Einkommens pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung sind, ist es empfehlenswert einen Optionstarif für die private Krankenversicherung abzuschließen. Dieser ermöglicht den späteren Wechsel in die Private Krankenversicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung. Warum empfehlen wir das? In jungen Jahren ist der Gesundheitszustand meist besser als zu dem Zeitpunkt, zu dem der Berufsstarter die Jahresarbeitsverdienstgrenze übersteigt. Dann könnte er sich evtl. aufgrund seines Einkommens privat krankenversichern, jedoch nicht mehr aufgrund seines Gesundheitszustands.

Das Thema Berufsunfähigkeit wird von Frau Theile sehr knapp in einem Satz behandelt. Wir denken, dass es aber für Berufsstarter das zentrale Thema eines Finanzchecks sein sollte. Die berufliche Tätigkeit stellt einen enormen Wert da. Addiert man das gesamte zukünftige Einkommen eines Berufsstarters, kommt man auf Werte im Millionen Euro-Bereich. Es ist daher unbedingt erforderlich sich ausreichend gegen Berufsunfähigkeit abzusichern.

  1. Dazu gehört eine Berufsunfähigkeitsrente, die den gesamten Lebensunterhalt absichert. Immer wieder sehen wir, dass Berater eine Berufsunfähigkeitsrente verkaufen, die nur bis zum 60. Lebensjahr leistet. Dies geschieht vor allem, um Kosten zu drücken. Dem Berufsstarter ist damit nicht geholfen. Denn was passiert im Falle des Falles zwischen dem 60. und 67. Lebensjahr?
  2. Wichtig ist aber auch, dass im Falle der Berufsunfähigkeit die Altersrente sicher gestellt wird. Denn wird der Berufsstarter früh am Erwerbseinkommen gehindert, wird auch die gesetzliche Altersrente entsprechend gering ausfallen.

Langfristiges Sparen und Altersvorsorge:

  1. Wir halten es im Gegensatz zur zitierten Verbraucherschützerin Stefanie Kühn sehr empfehlenswert bereits sofort mit Beginn der Berufstätigkeit auch zu sparen. Vor allem aus psychologischen Gründen: denn immer wieder erleben wir Berufsstarter, die erst einmal leben wollen. Nach sechs bis neun Monaten haben sich die meisten Menschen jedoch so an ihr neues Einkommen gewöhnt, dass eine Sparentscheidung immer ein schmerzhafter Einschnitt ist. Daher unsere Empfehlung: Sparen ab Beginn. Man muss das Ersparte ja nicht gleich langfristig binden. Es reicht ein flexibles geldmarktnahes Produkt mit hoher Sicherheit.
  2. Völlig deplatziert finden wir die Empfehlung, dass Akademiker nicht über eine Riesterrente nachdenken sollten. Auch hier wird stereotyp das alte Vorurteil zitiert „Das lohnt sich vor allem für Geringverdiener“. Lassen Sie uns rechnen: Max Pfiffig, ledig und 25 Jahre alt, erhält 3.200 € Bruttoeinkommen. entscheidet er sich im Monat 163 € in einen Riestervertrag zu sparen, erhält er zwar zunächst nur knapp 13 € direkte Zulage. Zusätzlich erhält er aber eine Steuerersparnis von 52 €. Anders gesprochen: für 110 € eigenen Einsatz kann Max Pfiggig jeden Monat 176 € zur Seite legen. Unsere Empfehlung: stimmt Max Pfiffig den Einschränkungen eines Riestervertrags zu, sollte er einen Teil der Ersparnisse in einem Riesterfördervertrag anlegen.

Zu den privaten Sachversicherungen:

  1. Eine gute Privathaftpflicht leistet nicht nur dann, wenn man anderen einen Schaden zufügt. Sie haftet darüber hinaus auch bei sog. Ausfallschäden. Immer dann wenn der Versicherte selbst Geschädigter ist, der Schadensverursacher aber keine Mittel und keine Haftpflichtversicherung hat, um den Schaden zu beheben, springt die eigene Versicherung ein. Dies kann vor allem im Ausland sehr hilfreich sein, wo die private Haftpflichtversicheurng noch nicht Standard ist.
  2. Eine Hausratversicherung ist nicht nur dann zu empfehlen, wenn man wertvollen Besitz hat. Kurzes Beispiel gefällig? Die Wohnung eines Berufsstarters ohne Hausratversicherung brennt aus. Er muss sich folgende Dinge neu anschaffen: Laptop, Waschmaschine, Drucker, Kleidung, Teppiche, Küchenausstattung, Schuhe, Bücher, Bett, Schränke… Da kommen selbst bei einfachsten Haushalten 10 bis 20.000 € zusammen. Ein Berufsstarter mit Hausratversicherung könnte im Vergleich dazu diese 10.000 € für seine Altersvorsorge zurücklegen. Er hätte dann 40 Jahre später bei 5% jährlicher Wertentwicklung gut 67.000 € mehr Vermögen als der Berufsstarter ohne Hausratversicherung. Eine gute Hausratversicherung ist dagegen bereits für 5 € im Monat erhältlich (je nach Region und Umfang).

Darüber hinaus gibt es noch viele andere Punkte, die Berufsstarter beachten sollten. Sie wollen mehr wissen? Lassen Sie sich von uns beraten: berufsstarter@claritos.de

Von Johannes Zeyse

2010 habe ich zusammen mit Ákos Benkö Claritos gegründet, um Klarheit ins Thema Finanzen und Versicherungen für unsere Kunden zu bringen. Mein fachliches Interesse gilt insbesondere dem Thema faire Produkte und nachhaltige Geldanlage. 2015 habe ich mich als Generationberater (IHK) qualifiziert, um meinen Kunden eine adäquate Begleitung in Sachen Ruhestands- und Nachfolgeplanung zu ermöglichen.

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