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Kapitalmarktbericht Q2.2019: gute Entwicklung setzt sich fort

Insgesamt war das 2. Quartal positiv. Trotz gegebener Schwankungen konnten sich die Märkte insbesondere gegenüber geopolitischen Risiken behaupten. Es ist davon auszugehen, dass die Fed die Zinsen senkt. Sollte dieser Schritt vollzogen werden, könnte dies insbesondere in Kombination mit der EZB Politik neue Impulse geben. Anleger tun gut daran, ihr Portfolio breit aufzustellen. Das Gebot der Stunde lautet: Diversifikation.

Die positive Entwicklung der Märkte hat sich im zweiten Quartal fortgesetzt. Während der DAX mit 8,5% im Plus liegt, konnten US-amerikanische Aktien ebenfalls mit 3,4% zulegen. Damit setzte sich trotz zwischenzeitlicher Kursrückgänge, weltweit der positive Trend fort, der bereits zu Jahresbeginn eingesetzt hatte.

Börsen trotzen geopolitischen Risiken

Die geopolitischen Unsicherheiten halten nach wie vor an. Welches Ende der Brexit findet, ist aktuell nur schwer einsetzbar. Ebenso drückt der Handelsstreit zwischen China und den USA auf die Stimmung der Börsianer. Tatsächlich konnten sich Anleger eines zwischenzeitlichen Rückgangs der Kurse an den Börsen im 2. Quartal nicht erwehren. Dieser war jedoch nur von kurzer Dauer, da die meisten geopolitischen Risiken bereits eingepreist waren. Der seit Jahresbeginn anhaltende positive Trend setzte sich weiter fort.

Deutschland: plus beim DAX, minus beim ifo-Geschäftsklimaindex

das ifo-Institut errechnete einen neuerlichen Rückgang des gleichnamigen Geschäftsklimasindex´. Allerdings betonen die Wissenschaftler, dass es keine Rezession, also einen Rückgang der Wirtschaftsleistung über 2 Quartale hinweg, gäbe. Die Börse sieht es ähnlich. Mit 8,5 % legte der DAX sogar sehr deutlich zu. Damit haben die Märkte den globalen Herausforderungen, wie Brexit oder Handelsstreit, getrotzt.

USA: Zinssenkung in Sicht?!

Nachdem die Fed bereits unter der Leitung von Janet Yellen die Zinswende eingeläutet hatte, zeichnet sich aktuell ein gegenteiliges Szenario ab. Eine Wende von der Zinswende? Das ist ein denkbares Szenario, zumal die Fed schon seit einiger Zeit darauf hinweist, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht gänzlich ungetrübt sind. Kritiker zeigen sich besorgt, dass dies ein Einlenken gegenüber Donald Trump sein könnte.

Dem kann aber entgegengehalten werden, dass die Fed Trumps Forderung seit über einem Jahr erfolgreich standhält. Tatsächlich wäre eine Zinsensenkung nachvollziehbar. Sorge bereiten die eingeführten Zölle auf bestimmte Importe, die die Preise nach oben treiben könnten, mit negativen Einfluss auf die inländische Nachfrage. Hinzu kommt der aktuell schwache Dollar. Das alles lässt die Angst vor einer Deflation steigen ein mögliches Mittel dagegen ist die Zinssenkung.

Mittlerweile sind wir etwas schlauer: der neue Fed-Chef Powell stellt in einer Anhörung vor dem Kongress eine baldige Zinssenkung in Aussicht.

EZB: fällt die 33%-Grenze?

Und was macht die EZB? Mario Draghi bereitet die Märkte auf eine ultralockere Geldpolitik vor. Zwar hat die EZB ihr Anleihenkaufprogramm ausgesetzt, Draghi signalisierte jedoch, dass dieses wieder aufgenommen werden könnte. Konkret geht es um die 33%-Grenze: diesen Anteil darf die EZB von einem Anleiheemittenten halten. So befinden sich schätzungsweise 28% der Bundesanleihen in Händen der Notenbank. Mario Draghi stellte nun in Aussicht, dass das 33%-Limit nach oben verschoben werden könnte.

Die Anleihenrenditen fielen daraufhin auf historische Tiefs. So sank die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe zwischenzeitlich auf -0,3 %.

Schwellenländer trotz Handelsstreit interessant

Schwellenländer haben zwar in 2018 deutlich verloren. Doch dieses Jahr zeigten sie, wie unbegründet der Rückgang war. Davon zeugen auch viele Fonds, in denen insbesondere südamerikanische Schwellenländer aktuell übergewichtet werden. Auf der Anleihenseite könnten diese Märkte von einer Zinssenkung in den USA profitieren. Im defensiven Bereich haben sie gute Chancen, ihre Position als ernstzunehmende Renditequelle zu behaupten.

Gold im Plus, Erdöl leichte minus

Gold hat insbesondere in der zweiten Hälfte des 2. Quartals deutlich zugelegt. Der Preis einer Feinunze stieg um rund 9%. Der versierte Anleger weiß jedoch: Gold ist ein möglicher Diversifikation für ein Aktienportfolio, jedoch im Sinne einer vernünftigen Streuung nicht zwingend die beste Strategie.

Erdöl hingegen hat ein leichtes Minus verzeichnet. Dieses liegt im Rahmen der üblichen Schwankungen. Die US-amerikanische Politik gegenüber Iran hat die Märkte noch nicht nachhaltig beunruhigt.

Fazit

Insgesamt war das 2. Quartal positiv. Trotz gegebener Schwankungen konnten sich die Märkte insbesondere gegenüber geopolitischen Risiken behaupten. Es ist davon auszugehen, dass die Fed die Zinsen senkt. Sollte dieser Schritt vollzogen werden, könnte dies insbesondere in Kombination mit der EZB Politik neue Impulse geben. Anleger tun gut daran, ihr Portfolio breit aufzustellen. Das Gebot der Stunde lautet: Diversifikation.

Haftungsausschluss: Der Claritos Quartalsbericht stellt keine Kaufaufforderung dar. Wir weisen darauf hin, dass wir vor einem Kauf in jedem Fall die Teilnahme an einer Beratung empfehlen, die Ihre Anlegerinteressen analysiert, auf mögliche Risiken hinweisen wird, und aus der eine fundierte Produktempfehlung folgt.

Von Johannes Zeyse

2010 habe ich zusammen mit Ákos Benkö Claritos gegründet, um Klarheit ins Thema Finanzen und Versicherungen für unsere Kunden zu bringen. Mein fachliches Interesse gilt insbesondere dem Thema faire Produkte und nachhaltige Geldanlage. 2015 habe ich mich als Generationberater (IHK) qualifiziert, um meinen Kunden eine adäquate Begleitung in Sachen Ruhestands- und Nachfolgeplanung zu ermöglichen.

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