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Männer werden teurer

Brüssel macht Männer und Frauen gleich – zumindest in der Kalkulation von ersicherungen. Das bringt wenig Vorteile und viele Nachteile. Wir zeigen die wesentlichen Auswirkungen. Die schlechte Nachricht zuerst: Viele Tarife werden teurer. Gerade Männer müssen für ihre Alters- und Invaliditätsvorsorge in Zukunft tiefer in die Tasche greifen.

Brüssel macht Männer und Frauen gleich – zumindest in der Kalkulation von ersicherungen. Das bringt wenig Vorteile und viele Nachteile. Wir zeigen die wesentlichen Auswirkungen. Die schlechte Nachricht zuerst: Viele Tarife werden teurer. Gerade Männer müssen für ihre Alters- und Invaliditätsvorsorge in Zukunft tiefer in die Tasche greifen. Die Ursache liegt in Brüssel. Dort hatte der Europäische Gerichtshof beschlossen, dass Versicherer ab dem 21. Dezember 2012 nicht mehr nach Geschlechtern getrennt kalkulieren dürfen. Unisex statt Bisex, lautet die Vorgabe. Heute zahlen Männer für ihre private Altersrente weniger als weibliche Versicherte, denn sie sterben früher. In Zukunft steigt der Beitrag für Männer; sie werden die längere Lebenserwartung von Frauen mitfinanzieren müssen. Der Einheitsbeitrag führt zu Gleichheit, aber nicht mehr Gerechtigkeit.

Ähnlich sieht es bei Invaliditätsversicherungen aus: Auch hier kostet bislang Versicherungsschutz für Frauen mehr als für männliche Versicherte. Schon bald werden Männer stärker zur Kasse gebeten, als es ihrer Schadenwahrscheinlichkeit entspricht.

Die geschlechtsneutrale Berechnung wird nicht darauf hinauslaufen, dass der Beitrag von Männern und Frauen einfach gemittelt wird. Versicherungsmathematiker müssen einkalkulieren, dass sich in Zukunft mehr Frauen als bisher für den Abschluss einer lebenslangen Rentenversicherung entschließen könnten, während Männer aufgrund des Beitragsanstiegs zurückhaltender reagieren. Die Geschlechterverteilung würde
sich verschieben, und weniger Männer müssten die längere Lebenserwartung von mehr Frauen ausgleichen. Die Folge: Der Beitrag für Männer steigt deutlich, während er für Frauen nur geringfügig
sinkt.

Versicherer sind über das Unisex-Gebot nicht glücklich, denn bislang sind sie mit der geschlechtsabhängigen Kalkulation gut gefahren. Manche werden bis zum Stichtag mit der Neuberechnung beschäftigt sein und die Unisex-Tarife erst auf den letzten Drücker fertigstellen können. Deswegen bieten einige Unternehmen ihren Kunden eine so genannte Umstiegsoption an.

Wer noch vor dem 21.12. eine Versicherung nach alter Kalkulation abschließt, erhält das Recht, beim gleichen Versicherer ohne zusätzliche Kosten in einen neuen Tarif zu wechseln, falls dieser für ihn günstiger ist. Andere haben bereits heute erste Unisex-Tarife im Angebot. Auf neue Riester-Verträge hat Unisex keine Auswirkungen, denn diese sind schon heute geschlechtsneutral gerechnet. Und bestehende Versicherungen
werden vom Unisex-Gebot nicht berührt.

Etliche Versicherer haben dieses Thema zum Kern Ihrer marketingaktivitäten gemacht, um eine Art Schlussverkaufsstimmung zu erreichen. Ganz gelungen, in manchen Fällen:

Unser Tipp: Für Männer lohnt es, sich schnell mit dem Thema Unisex zu beschäftigen. Ein rechtzeitig abgeschlossener Vertrag sichert über die gesamte Laufzeit günstige Beiträge. Frauen sollten eine Versicherung zur Alters- und Invaliditätsvorsorge dann abschließen, wenn sie diese brauchen. Umstiegsoptionen helfen bei der Entscheidung. Setzen Sie auf unsere unabhängige Beratung.

Von Johannes Zeyse

2010 habe ich zusammen mit Ákos Benkö Claritos gegründet, um Klarheit ins Thema Finanzen und Versicherungen für unsere Kunden zu bringen. Mein fachliches Interesse gilt insbesondere dem Thema faire Produkte und nachhaltige Geldanlage. 2015 habe ich mich als Generationberater (IHK) qualifiziert, um meinen Kunden eine adäquate Begleitung in Sachen Ruhestands- und Nachfolgeplanung zu ermöglichen.

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