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BU-versichert trotz Vorerkrankung

Eine Erfahrung, die wir in unseren Beratungen immer wieder machen: junge gesunde Menschen möchten sich nicht gegen die finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit (BU) absichern, obwohl sie es problemlos könnten. Und Menschen mit Vorerkrankung, denen der Wert körperlicher Unversehrtheit und Schaffenskraft bewusst geworden ist, möchten sich BU-versichern, können es aber nicht mehr oder nur zu erschwerten Bedingungen.

Eine Erfahrung, die wir in unseren Beratungen immer wieder machen: junge gesunde Menschen möchten sich nicht gegen die finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit (BU) absichern, obwohl sie es problemlos könnten. Und Menschen mit Vorerkrankung, denen der Wert körperlicher Unversehrtheit und Schaffenskraft bewusst geworden ist, möchten sich BU-versichern, können es aber nicht mehr oder nur zu erschwerten Bedingungen.

Was kann ein Versicherer tun, wenn eine Person mit Vorerkrankungen einen Antrag auf eine BU-Versicherung stellt. Grundsätzlich gibt es neben der Annahme des Antrags drei Möglichkeiten:

  1. Der Versicherer lehnt den Antrag ab.
  2. Der Versicherer nimmt den Antrag an und verlangt einen Risikozuschlag. Dieser kann  bis zu 100% betragen, so dass die versicherte Person den doppelten Beitrag im Vergleich zu einem gesunden Antragsteller zahlt.
  3. Der Versicherer nimmt den Antrag unter der Bedingung an, dass ein Leistungsausschluss vereinbart wird. Je nach Formulierung sind dann bestimmte Erkrankungen vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.

Für den Antragsteller ist jede dieser drei Lösungen ärgerlich. Daher lautet die grundsätzliche Empfehlung, sich bereits bei Eintritt ins Berufsleben gegen Berufsunfähigkeit zu versichern. Erfahrungsgemäß ist es dann meist einfacher, als zu einem späteren Zeitpunkt.

Doch was tun, wenn diese Gelegenheit verstrichen ist? Wir sehen folgende Lösungen:

  • Beim Arbeitgeber nachfragen, ob es über die betriebliche Altersvorsorge evtl. einen Gruppentarif für eine Berufsunfähigkeitsversicherung gibt. Diese Gruppentarife sind oft mit vereinfachten Zugangsvoraussetzungen versehen: zum Beispiel einem verkürzten Abfragezeitraum oder genrell weniger Gesundheitsfragen bei Antragstellung.
  • Bei einem kleineren Arbeitgeber kann evtl. der Personalchef überzeugt werden, einem Gruppentairf beizutreten und diesen für seine Arbeitnehmer anzubieten. Dies kann für den Arbeitgeber kostenneutral gestaltet werden. Wobei natürlich nichts gegen eine Arbeitgeberbeteiligung an den Vorsorgekosten seiner Angestellten spricht.
  • Es gibt immer wieder Öffnungsaktionen von Versicherern, die auch normalen Privatkunden offenstehen.

Aktuell läuft die Aktion „BU für 3“ der Alten Leipziger. Dabei besteht die Möglichkeit, sich im normalen tarif der Alten Leipziger zu versichern. Es gibt eine Einschränkung: die maximale Rente im Falle der BU beträgt 1.000 €. Das ist aber imerhin schon mal ein Anfang. Dafür müssen drei Fragen (daher der Name der Aktion) beantwortet werden:

  1. Sind Sie zurzeit berufsunfähig oder nicht voll arbeitsfähig oder waren Sie in den letzten 2 Kalenderjahren oder im laufenden Jahr in einem Kalenderjahr zusammengerechnet länger als 15 Arbeitstage arbeitsunfähig erkrankt oder befanden Sie sich in diesem Zeitraum in einer medizinischen Behandlung wegen Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Nieren-, Zucker- oder Lebererkrankungen, Erkrankungen der Gelenke oder der Wirbelsäule, psychischen Erkrankungen, Suchterkrankungen oder Nerven- oder Gehirnerkrankungen?
  2. Wurde bei Ihnen ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall, eine HIV-Infektion (positiver HIV-Test) oder eine Krebserkrankung festgestellt oder nehmen Sie täglich Medikamente ein?
  3. Besteht bei Ihnen als Folge einer Erkrankung, Behinderung oder eines Unfalls ein anerkannter Invaliditätsgrad oderwurden innerhalb der letzten 5 Jahre Anträge auf Lebens- oder Berufsunfähigkeits(-Zusatz)versicherungen zu erschwerten Bedingungen angenommen (z.B. Zuschläge, Leistungsausschlüsse), zurückgestellt oder abgelehnt?

Können Sie die drei Fragen mit „nein“ beantworten, dann ist die Öffnungsaktion der Alten Leipziger evtl. eine Lösung für Sie. Wir beraten Sie gerne dazu oder zu den Möglichkeiten eines Gruppentarifs in der betrieblichen Altersvorsorge.

 

Von Johannes Zeyse

2010 habe ich zusammen mit Ákos Benkö Claritos gegründet, um Klarheit ins Thema Finanzen und Versicherungen für unsere Kunden zu bringen. Mein fachliches Interesse gilt insbesondere dem Thema faire Produkte und nachhaltige Geldanlage. 2015 habe ich mich als Generationberater (IHK) qualifiziert, um meinen Kunden eine adäquate Begleitung in Sachen Ruhestands- und Nachfolgeplanung zu ermöglichen.

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