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Claritos Kapitalmarktbericht Q4.2013

Das vierte Quartal, sowie das gesamte Jahr 2013, lieferte Aktien-Anlegern ein deutliches Kursplus. Die Rahmenbedingungen für ein weiteres Kurswachstum sind auch weiterhin gut. Eine der wesentlichen offenen Fragen ist, wann die Notenbanken eine nachhaltige Kehrtwende ihrer lockeren Zinspolitik vollziehen. Der Ausblick für die deutsche Wirtschaft ist auch für das kommende Jahr 2014 positiv.

Auch das vierte Quartal bescherte Anlegern ein ordentliches Kursplus. Da eine Kehrtwende in der ultralockeren Zinspolitik noch nicht eingeleitet wurde, verzeichnen viele Indizes wie der Dow Jones oder DAX im Jahr 2013 neue Allzeithochs.

Renditen ausgewählter Indizes

Börsen: Märkte zeigen starkes Jahr 2013

Die anhaltende Niedrigzinspolitik sorgte an den globalen Aktienmärkten im letzten Quartal des Jahres erneut für steigende Kurse. Auch für das Gesamtjahr 2013 können die Leitindizes eine ordentliche Performance vorweisen. Der MSCI World (in EUR) erzielte in den vergangenen drei Monaten eine Rendite von 5,62%. Der japanische Leitindex Nikkei 225 konnte im letzten Quartal sogar eine Performance von 12,20% verbuchen. Der DAX 30 notiert per 30.12.2013 bei 9.552,16 Punkten. In den vergangenen drei Monaten zeigte er ein Kursplus von 11,14%. Für das Gesamtjahr erreicht der DAX ein Kurswachstum von mehr als 25%.

Europa: Irland verlässt als erstes Land den Rettungsschirm

Die Staatsschuldenkrise hat Europa weiterhin im Griff. Doch mit Irland, welches als ersten Land nach drei Jahren den Euro-Rettungsschirm verlässt, zeigt sich ein Licht am Ende des Tunnels. Irland musste bei Eintritt in den Euro-Rettungsschirm mit rund 85 Milliarden Euro von Seiten der EU und des internationalen Währungsfonds vor einer Staatsinsolvenz bewahrt werden. Grund war in erster Linie das überdimensionierte Bankensystem.

Seitdem hat die irische Regierung ein hartes Reformpaket auf den Weg gebracht und das Land zurück auf einen Wachstumskurs geführt. Für das Jahr 2013 wird mit einem Wachstum des BIP um rund 0,30% gerechnet. Doch alle Probleme sind noch längst nicht beseitigt. So liegt die Arbeitslosigkeit bei 12,80%, was nur zwei Prozentpunkte unter dem Rekordhoch auf dem Höhepunkt der Krise ist.

Auch Spanien plant 2014 aus dem Rettungsfonds auszutretend. Das Land hat ein Hilfspaket in Höhe von insgesamt 41,3 Mrd. Euro zur Sanierung ihres maroden Bankensystems aufgenommen.

Bei den verbleibenden Ländern unter dem Euro-Rettungsschirm Griechenland, Portugal und Zypern ist unklar, wann sie in der Lage sind ohne weitere Hilfen auszukommen. Portugals Schutzprogramm läuft im Mai 2014 aus. EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn sicherte dem Land bereits weitere Finanzhilfen von der Union zu – auch nach Verlassen des Euro-Rettungsschirms.

USA: Zahlungsunfähigkeit vorerst abgewandt

Der Haushaltsstreit zwischen Demokraten und Republikanern sorgte im abgelaufenen Quartal für weltweites Aufsehen. Grund war das Schuldenlimit von 16,7 Billionen USD, dass es den USA nicht mehr erlaubte weitere Verbindlichkeiten einzugehen. In letzter Minute gelang Demokraten und Republikanern in den USA ein vorläufiger Kompromiss, der das Schuldenlimit so weit anhebt, dass die USA bis zum 7. Februar 2014 sich weiter verschulden dürfen. Der entstandene volkswirtschaftliche Schaden bis dahin ist allerdings enorm. 16 Tage mussten Bundeseinrichtungen teilweise schließen und hunderttausende Staatsbedienstete in den unbezahlten Zwangsurlaub geschickt werden.

Auf der fundamentalen volkswirtschaftlichen Seite können die USA für das Gesamtjahr 2013 ein Wachstum des realen BIP von 1,60% (Quelle: Eurostat) verzeichnen. Für das kommende Jahr wird sogar ein Wirtschaftswachstum von 2,60% (Quelle: Eurostat) vorhergesagt. Der US-Amerikanische Arbeitsmarkt kommt dagegen nicht richtig in Fahrt. Auf das Jahr 2013 betrachtet, lag die Arbeitslosenquote bei 7,74%.

Bonität: Renditen von Staatspapieren der Krisenländer sinken erneut

Die Renditen 10-jähriger Anleihen der europäischen Krisenländer gingen im abgelaufenen Quartal zurück. Griechenland weist gegenüber dem Vorquartal mit rund 1,23% den höchsten Renditerückgang auf. Zum 31.12.2013 verlangte der Markt 8,57% für 10-jährige Staatspapiere. Portugal weist mit 0,69 Prozentpunkten ebenfalls einen moderaten Rückgang der Anleiherenditen aus (aktuell 6,04%). Italien, Irland und Spanien verzeichnen um 0,5%, 0,42% und 0,18% sinkende Anleiherenditen.

In den europäischen Kernländern Deutschland, Großbritannien und Frankreich blieben die Anleiherenditen weitestgehend konstant. Zum Stand 31.12.2013 betrug die Rendite deutscher 10-jähriger Anleihen 1,94% (1,78% Ende Vorquartal). Für Großbritannien und Frankreich lagen die Renditen 10-jähriger Anleihen bei 3,03% respektive 2,43% (2,72% bzw. 2,33% Ende Vorquartal). Standard & Poor‘s stufte sowohl Frankreich von AA+ auf AA, als auch die Niederlande von AAA auf AA+ herab.

In den USA liegt die Rendite der 10-jährigen Staatanleihen zum zugrunde liegenden Stichtag bei 3,04%. Gegenüber dem Vorquartal bedeutet dies einen Anstieg von 0,42%.

Fazit

Das vierte Quartal, sowie das gesamte Jahr 2013, lieferte Aktien-Anlegern ein deutliches Kursplus. Die Rahmenbedingungen für ein weiteres Kurswachstum sind auch weiterhin gut. Eine der wesentlichen offenen Fragen ist, wann die Notenbanken eine nachhaltige Kehrtwende ihrer lockeren Zinspolitik vollziehen. Der Ausblick für die deutsche Wirtschaft ist auch für das kommende Jahr 2014 positiv.

 

 

Haftungsausschluss: Der Claritos Quartalsbericht stellt keine Kaufaufforderung dar. Wir weisen darauf hin, dass wir vor einem Kauf in jedem Fall die Teilnahme an einer Beratung empfehlen, die Ihre Anlegerinteressen analysiert, auf mögliche Risiken hinweisen wird, und aus der eine fundierte Produktempfehlung folgt.

Von Johannes Zeyse

2010 habe ich zusammen mit Ákos Benkö Claritos gegründet, um Klarheit ins Thema Finanzen und Versicherungen für unsere Kunden zu bringen. Mein fachliches Interesse gilt insbesondere dem Thema faire Produkte und nachhaltige Geldanlage. 2015 habe ich mich als Generationberater (IHK) qualifiziert, um meinen Kunden eine adäquate Begleitung in Sachen Ruhestands- und Nachfolgeplanung zu ermöglichen.

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